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Criolo em Munique – Brasilianisches Konzert im Münchner Club Strom

Criolo em Munique – Brasilianisches Konzert im Münchner Club Strom

Gestern spielten Criolo und seine Band ein kleines aber sehr feines Konzert im Club Strom in München. Muito obrigado für einen tollen Abend!

Konzert am 14.07.2015 im Strom, München

Der aus einer Favela bei São Paulo stammende Criolo ist in Brasilien ein Superstar. Hierzulande dagegen ist er nur einer kleinen Masse bekannt, die sich entweder für ausgefallenen Hip Hop oder für zeitgenössische, lateinamerikanische Musik interessiert. Daher war es in München auch möglich in einem sehr kleinen Club vor nur etwa 200 Leuten zu spielen, anstatt wie in Río de Janeiro oder einer anderen brasilianischen Großstadt grundsätzlich vor Tausenden.

Criolo auf seinem Münchnener Konzert

Doch obwohl die Bühne klein war, rockte Criolo sie als stünde er vor einer Million Menschen an der Copacabana. Die sehr religiös und spirituell angehauchte Rampensau, wenn man sich den passenden Ausdruck erlauben darf, ließ während der gesamten 1,5 Stunden des Konzerts seinen Gefühlen freien Lauf und verzog sein Gesicht andauernd in jegliche Richtung; mal sanken seine Mundzüge eher nach unten zum vom Fado inspirierten Stück „Freguês Da Meia Noite“, mal nach oben beispielsweise zum Titeltrack des Albums und dem am gestrigen Abend ersten vorgetragenen Lied „Convoque Seu Buda“.

Doch nicht nur seine Mimik ist sehr variabel, auch die Musikstile, bei denen sich Criolo immer wieder bedient, sind sehr unterschiedlich. Das hört man bereits auf seinen beiden vielschichtigen Alben („Nó Na Orelha“ und „Convoque Seu Buda“), doch gerade auf dem Konzert kam durch das Tanzen, Springen und Singen der Menschen eine Dimension dazu, die die Vielseitigkeit des fast 40jährigen noch viel deutlicher zeigte. Beispiele sind das vom traditionellen Musikstil Forró angehauchte „Pegue Pra Ela“, bei dem die Meute sich besonders rhythmisch bewegte, das vom Funk inspirierte „Bogotá“, während dem die Bude einfach nur rockte, oder das stark Rap-lastige „Grajauex“, zu welchem die Crowd in typischer Hip-Hop-Manier ihre Hände bouncen ließ.

Genauso wie Criolo in seinem Song „Sucrilhos“ die verschiedenen Ethnien Brasiliens besingt („Eu tenho orgulho da minha cor, do meu cabelo e do meu nariz. Sou assim e sou feliz. Índio, caboclo, cafuzo, crioulo – sou brasileiro! / Ich bin stolz auf meine Hautfarbe, meine Haarfarbe und meine Nase. So bin ich nun mal und glücklich dabei. Egal ob Indianer, Mestize, Zambo oder Kreole – ich bin Brasilianer!“), so war auch das Publikum komplett durchgemischt. Doch alle haben sie eines gemeinsam: Die Liebe zur vielseitigen Musik des brasilianischen Ausnahmekünstlers Criolo.


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