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„El Clan“ – Argentinischer Film über Familie und Verbrechen

Der mit dem Silbernen Löwen von Venedig (Beste Regie) ausgezeichnete Film aus Argentinien nimmt einen durch seine innere Spannung gefangen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Ein mittelständischer Vorort von Buenos Aires am Anfang der 80er Jahre: Die argentinische Militär-Junta ist vorüber, das Land wird wieder demokratisch regiert. Ganz angekommen ist diese Veränderung jedoch noch nicht bei Arquímedes (Guillermo Francella), dem Oberhaupt der Familie Puccio, die ein nach außen hin vorbildlich bürgerliches Leben führen: Vater Puccio säubert die Straße vor seinem Haus, der älteste Sohn Alejandro (Peter Lanzani) ist Teil der argentinischen Rugby-Mannschaft und damit eine Berühmtheit in der Stadt und die Mutter Epifanía (Lili Popovich) sowie die weiteren Kinder des Ehepaares – Maguile (Gastón Cocchiarale), Silvia (Giselle Motta) und Guillermo (Franco Masini) – gehen ihrem normalen Vorstadtleben nach. Doch hinter der scheinbar perfekten Fassade schlummert ein Geheimnis, das nach und nach die Familie zu zerstören scheint.

Der Patriarch Puccio verübte während der Diktatur für den einen Militär-Kommandanten Entführungen von einflussreichen Aufständischen, die er seit dem politischen Wechsel nicht ganz lassen kann. Er nutzt seine Expertise weiterhin, entführt reiche Argentinier und fordert von deren Familien Lösegeld, um so das Leben der Familie im Wohlstand zu garantieren. Dass er trotz erreichter Übergabe des Geldes vor Mord nicht zurückschreckt, zeigt seinen rücksichtslosen Charakter, den er vor der Familie eher verborgen hält – so kümmert er sich um die Schularbeiten der jüngsten Tochter Adriana (Antonia Bengoechea), die Rückenverspannungen seiner Frau und die Geschäftszahlen seines Sohnes Alejandro, der neben seiner Rugby-Karriere einen Surf-Laden betreibt.

Die Beziehung zwischen Alejandro und Arquímedes steht in dem oft zwischen den Zeitebenen wechselnden und dabei etwas kompliziert aufgebauten Film im Mittelpunkt. Einerseits verstört den Sohn die Brutalität und Gewaltherrschaft seines Vaters, andererseits hilft er ihm weiterhin bei seinen Machenschaften, um dessen Respekt zu gewinnen. Gegen Ende der Spielzeit brodelt es allerdings gewaltig zwischen den beiden, was zu einem furiosen Finale führt. Besonders eindrücklich wird die Vater-Sohn-Beziehung in zwei Szenen dargestellt, die beide miteinander verflochten wurden und so besonders irritierend auf den Zuschauer wirken. In der einen erlebt Alejandro sein erstes Mal mit seiner neuen Freundin Mónica (Stefanía Koessl), in der anderen tötet Patriarch Puccio mit seinen Handlangern gerade eines seiner Opfer. Im Hintergrund wird währenddessen der Song „Sunny Afternoon“ der Britpop-Band The Kinks angespielt, der beinahe Tarantino-artig die Situation „ironisch“ verharmlost. Harmlos, kultig oder cool wirkt die Szenencollage dabei aber überhaupt nicht, sondern eher noch grausamer.

Die innere Spannung des argentinischen Kino-Hits, das als Beitrag für Argentinien als Bester Fremdsprachiger Film für die Oscars 2016 eingereicht, aber leider nicht nominiert wurde, ist vor allem durch die gute Inszenierung des Regisseurs Pablo Trapero der beiden Hauptdarsteller gelungen. Guillermo Francella als dämonisch wirkendes Familienoberhaupt (bekannt aus dem mit dem Oscar ausgezeichneten Film „In ihren Augen“) und Peter Lanzani als sympathischer Sohn mit Gewissensbissen (Superstar aus argentinischen TV-Serien) sind das perfekte Duo, um die Geschichte glaubwürdig darzustellen – denn das ist sie auf jeden Fall, basiert sie doch auf wahren Begebenheiten.


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