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Latin Music News #31 – Neues aus der lateinamerikanischen Musikszene

Um den Sommer zumindest in Gedanken noch ein bisschen am Leben zu erhalten, bekommt ihr wieder einmal unsere Rezensionen neuer oder wiederveröffentlichter lateinamerikanischer Musikalben:

Lucas Santtana – „O Céu É Velho Há Muito Tempo“

Lucas Santtana – „O Céu É Velho Há Muito Tempo“NØ FØRMAT, IDOL, Indigo
Brasilien / Singer-Songwriter

„Wir leben in dunklen Zeiten. Die reaktionären Ideen der Ultrarechten breiten sich immer weiter aus und auch Brasilien ist davon nicht verschont geblieben. Mit dubiosen Machenschaften und durch Fake News vor allem über WhatsApp ist eine Milizen-Regierung an die Macht gekommen, die mit Gewalt und Zensur die Menschenrechte angreift. Sie propagiert die tödliche Nutzung von in der restlichen Welt verbotenen Agrochemikalien in der Landwirtschaft, der Besitz von Schusswaffen ist für fast Jeden legalisiert worden und das Land indigener Völker im Amazonasbecken zur Ausbeutung des Mineralienreichtums beschlagnahmt worden, wobei die Entwaldung weiter vorangetrieben wird. Ich kann diese Zerstörungskraft einfach nicht verstehen“, sagt Lucas Santtana, brasilianischer Liedermacher mit Bezug auf die durchgeknallte brasilianische Regierung des „Amazonas-Trump“ Jair Bolsonaro. Auf diesem Hintergrund ist Santtanas neues Album zu sehen und bisher wurde ein brasilianischer Musiker in seinen Texten selten so deutlich. Insofern ist dieses Album ein wichtiges, aber auch ein überraschendes Album, weil der als Innovator und Klangexperimentator bekannte Musiker hier jegliche Effekte weglässt und sich nur auf die Gitarre und seine Stimme verlässt. Nichts soll vom Inhalt abhalten und das wird gleich zu Beginn deutlich. Da spricht er nämlich nur: „Wer möchte demonstrieren? Dann steh auf!“. In „Um Professor Está Falando Com Você“ klagt er die verlogene Justiz an, die den heimlichen Staatsstreich, der Rousseff stürzte, vorbereitete, sowie die Polizei, die ohne Rücksicht auf Unbeteiligte als Todeskommandos in den Favelas agiert und die mit erpresserischen Methoden in der Politik vorgehende Kirche. Das Bestürzende an Bolsonaro ist ja, dass er zeigt, ein großer Teil der Brasilianer ist rechtspopulistischen, kirchlichen Agitatoren verfallen und hat nichts dagegen, dass die Epigonen der Militärjunta der 70er Jahre wieder an die Macht kommen. Die Skrupellosigkeit dieser Clique hat aber diesmal Auswirkungen auf die ganze Welt, wenn man an das Verhökern des ökologischen Tafelsilbers Amazonasgebiet an eine kapitalistische Mafia denkt. Dem setzt Santtana in anderen Songs ganz einfach der Liebe als Gegenpol ein Denkmal. Ist das zu simpel? Warum sollte man nicht mit dem Einfachsten anfangen, das einem möglich ist, dann entwickelt man sich erst gar nicht zu einem von Gier gezeichneten Menschenfeind.

Musikalisch ist Santtanas Album nicht in der Bossa Nova-Tradition zu sehen, konzeptionell (das Reduzierte) allerdings schon. Es sind intime Balladen mit ergreifenden Melodien, die oft mit Chorus-Stimmen verstärkt werden. Der schönste Song „Meu Primeiro Amor“ erinnert mit seinem hüpfenden Rhythmus an Stücke von Chico Cesar und wird im Duett mit der Sängerin Duda Beat gesungen.

Mariachi los Camperos – „De Ayer Para Siempre“

Mariachi los Camperos – „De Ayer Para Siempre“Smithsonian Folkways, Galileo-mc
Mexiko / Mariachi

Ey jey jey, hui hui – schon wieder so eine Mariachi-Truppe, die einen aus den Socken haut! Die mit dem Grammy ausgezeichneten Mariachi Los Camperos lassen wirklich keine Wünsche offen und kommen an die Qualität des großen Vicente Fernandez heran. Mit anderen Worten: Wahnsinnsstimmen zum Niederknien, galoppierende Trompeten, gegen die die Trompeten von Jericho nichts waren, schmachtende Geigen, die jedes Herz sofort schmelzen lassen und manchmal Harfen zum Dahindriften. Dazu perfekter Satzgesang, auch mal a capella, Stücke, die sich entwickeln, Rhythmen, die zwischendurch oft mit der Geige gezupft werden – das ist hohe Kunst! Und natürlich das übliche Gejuchze, zwitschernde Vögel im Walde – wir sind also mitten in einem Kitschbild oder was? Wer es so empfindet, wird merken, dass hier wirklich tausendmal mehr Virtuosität dahinter steckt als im üblichen Kitsch. Aber warum dieses Wort hier überhaupt gebrauchen? Manche Hörer können diese wuchtige Emotionalität vielleicht nicht ertragen und lachen dazu. Dies ist aber vielmehr die Volksmusik der Mexikaner in Perfektion und die sollte deshalb wirklich nicht anders klingen. Bei den Mexikanern löst sie Freude und überbordende Gefühle aus. Das kann man doch immer gebrauchen oder? Und zum Einhören gibt es hier sogar einige Klassiker, die jeder schon einmal gehört hat: „(E Viva) Espagna“ oder „Mexicali Rose“. Ein Muss!

Roberto Fonseca – „Yesun“

Roberto Fonseca – „Yesun“3ème Bureau, Wagram / Indigo (CD), Wagram (digital)
Latin Jazz

Roberto Fonseca, einst Teil des Buena Vista Social Clubs und derzeit wohl erfolgreichster kubanischer Pianist der letzten Jahre, hat viele Einflüsse, die er auf seinem neuen Album zu vereinen sucht. Entsprechend reicht das Spektrum hier von Jazz bis Klassik, von Latin bis Rap, von Funk bis Electronica und vielem mehr. Nun ist er beileibe nicht der erste Kubaner, der die Grenzen des Cuban Jazz ausweitet, in seinen Arrangements wirkt er aber momentan am zeitgemäßesten und er kooperiert oft mit unerwarteten Gästen. Was zu Beginn gleich auffällt, ist der Einsatz des weiblichen Gesangsquartetts Gema 4, das eine sphärige Stimmung zu swingenden Rhythmen schafft. In „Kachucha“ mischt er mehrere kubanische Rhythmen, trotz eingängiger Melodie fehlt dem Stück aber etwas das Feuer. Überhaupt schleppen sich einige Titel relativ belanglos dahin, die Tonleiter rauf und runter, als kämen sie von einem Lounge Music-Sampler. Komplexer ist da schon „Aggua“ geraten, welches an Chick Corea erinnert. Das überzeugendste Stück ist jedoch der „Mambo Pa La Nina“, bei dem Fonseca auf die Hammondorgel wechselt. Hier kommen einem kubanische Oldies wie Cal Tjaders „Soul Sauce (Guachi Guaro)“ von 1965 in den Sinn. Nach diesem Gute-Laune-Stück schwebt er in „Ocha“ zwischen kubanischen Wurzeln und jazzigen Improvisationen, während sein „Clave“ anfangs recht theatralisch daher kommt, dann noch der Vocoder eingesetzt wird und man fast meinen könnte, hier versucht jemand Progressive Rock mit Latin Jazz zu kreuzen. Insgesamt ein qualitativ gemischtes Album, dem man den Drang nach Weiterentwicklung zwar anmerkt, das aber noch lange kein Meilenstein ist.

Omara Portuondo – „Buena Vista Social Club Presents Omara Portuondo“

Omara Portuondo – „Buena Vista Social Club Presents Omara Portuondo“World Circuit
Kuba / Guajira de Salon

Leise klingen die Trommeln in der Nacht. Streicher umschmeicheln verliebte Pärchen am Strand wie ein Sommerwind. Ein langsamer Rumba einer Big Band ertönt dumpf hinter den hell erleuchtenden Fenstern eines Hotels. Und über allem schwebt die betörende Stimme der bekanntesten Diva Kubas: Omara Portuondo. Schön! Edles Easy Listening auf kubanisch. So mag es in den Fünfzigern geklungen haben. Aufgenommen wurde das Album aber im Jahr 2000 unter Mitwirkung etlicher Musiker des Buena Vista Social Clubs. Die Wiederveröffentlichung der meist um die 20 Jahre alten Aufnahmen aus der Hochzeit der Buena Vistas auf 180g-Vinyl hat damit einen weiteren Baustein für HiFi-Liebhaber und Sammler bekommen.

Guillermo Portabales – „El Carretero“

Guillermo Portabales – „El Carretero“World Circuit
Kuba / Son

Als weitere 180g-Vinyl-Wiederveröffentlichung von 1996 schickt Produzent Nick Gold Aufnahmen aus den 60er Jahren des 1970 verstorbenen Gitarristen Guillermo Portabales ins Rennen. Gefühlvolle Stücke, die den Buena Vistas wie auch manchem afrikanischen Musiker als Vorbild dienten.

Radio Tarifa – „Rumba Argelina“

Radio Tarifa – „Rumba Argelina“World Circuit
Spanien / Rumba

Als dritte 180g-Vinyl-Wiederveröffentlichung, auch von 1996, wird Radio Tarifa wieder zugänglich gemacht. Die Gruppe spielte eine Mischung aus spanischer, arabischer, sephardischer, karibischer und mittelalterlicher Musik und löste sich 2006 auf. Die Mischung aus Klängen der Sahara und Rumba hat hier ihren eigenen Reiz, wobei besonders die langsamen Stücke positiv auffallen. Mit dem 1992 aufgenommenen Album galt die Gruppe als Innovatoren einer stilistisch übergreifenden Musik.

Jenny And The Mexicats – „Fiesta Ancestral“

Jenny And The Mexicats – „Fiesta Ancestral“GMO/ Rough Trade
Mexiko, Spanien, England / Alternative Latin

Mit Alternative Latin geistert für die Band Jenny And The Mexicats ein Stilbegriff umher, der einen fragen lässt, was das denn nun schon wieder sei. Gemeint ist eine Mixtur aus Cumbia, Flamencopop, Gypsyjazz und Reggae plus ab und an Mariachi-Trompeten und ein bisschen Rap. So richtig verorten kann man das also nicht. Kein Wunder, die Band ist international besetzt: Sängerin und Trompeterin Jenny Ball ist Engländerin, Bassist und Gitarrist sind mexikanisch und der Perkussionist kommt aus Spanien. Insgesamt ist das mit den vielen eingängigen Refrains was für Leute, die auch gerne die Gypsy Kings hören, wobei hier genauso viel Cumbiarhythmen vorkommen. Kommerziell wirkende Gute-Laune-Musik mit unterschiedlichen Tempi und hippem Image. Am stärksten kommt noch der Swingtitel „Bailando con las Farolas“, bei dem die Gruppe etwas an Vaya Con Dios erinnern.

The New York Voices – „Reminiscing In Tempo“

The New York Voices – „Reminiscing In Tempo“Origin Records, in-akustik
USA / Vocalese Jazz, Latin, Swing

Dass hier die New York Voices (NYV), die wahrscheinlich beste Vocalese-Gruppe der Welt, erwähnt wird, hat den Grund, dass sie auf ihrem neuen Album etliche Latin-Titel eingespielt hat und derartige Vocalese-Fassungen eigentlich fast immer Meisterwerke sind. Vocalese ist die bei weitem komplizierteste Gesangstechnik im Jazz, weil hier Instrumentalsoli mit Text versehen werden und im Gruppengesang Note für Note vorgetragen werden. Das ist hochkomplex und im Ergebnis oftmals umwerfend. Sehr schön kann man das gleich zu Beginn genießen im Titel „Blue Rondo Á La Turk“ von Dave Brubeck. Das Stück wurde im 9/8-Rhythmus mit Bezug auf Metren der türkischen Volksmusik geschrieben, hat aber auch ein Seitenthema im 4/4-Takt in swingendem Groove. Dabei werden von den New York Voices die Frauen- und Männerstimmen in Kontrast zueinander gestellt und es wird zwischendurch auch mal gescattet. So viel zum Niveau der Gruppe. Insgesamt sind vier, recht verschiedene Titel aus dem Latin-Bereich auf dem Album gelandet. Zunächst „Open Your Eyes, You Can Fly“ von Chick Corea, den die Brasilianerin Flora Purim, Ehefrau von Perkussionist Airto Moreira, später noch bekannter gemacht hat. Hier präsentieren die NYV wiederum ihren perfekten Satzgesang. Und sie zeigen im nächsten Titel „È De Deus (Answered Prayers)“ vom Brasilianer Ivan Lins, dass sie auch ganz gut darin sind, sich die Rosinen eines Komponisten rauszupicken. Hier mit einer Big Band eingespielt, aber im Satzgesang sind die NYV letztlich schon eine eigene Big Band. Etwas an die a capella-Gruppe The Singers Unlimited erinnern die NYV in zwei Titeln von Ignacio Cervantes (1847-1905). Dieser gehörte zu den wichtigsten Schöpfern einer eigenständigen kubanischen Nationalmusik im 19. Jahrhundert. Die ausgewählten Stücke stammen aus seiner Klaviermusik mit spanisch beeinflussten Danzas Cubanas und wurden zu a capella-Fassungen umarrangiert. Klingt etwas nach Klassik und ist ein wagemutiger Schritt im Schaffen der Band. Latin Music also mal richtig anders. Und wer sich da reingehört hat, wird von weiteren Titeln wie den Swing-Stücken „It’s Alright With Me“ und „Avalon“ begeistert sein: Wahnsinns-Drive und Wahnsinns-Sactting. Der Latin-Touch kommt aber auch in den Non-Latin-Titeln zum Tragen: „Moments In A Mirror“ wirkt wie eine Mischung aus den brasilianischen Bodyperkussionisten von Batuques und dem Satzgesang der NYV. Insgesamt eine grandiose Rückkehr des in Latin-Stücken recht geübten Quartetts nach sechs Jahren Pause.

Bandonegro – „¡Hola Astor! – Bandonegro Meets Piazzolla “

Bandonegro – „¡Hola Astor! – Bandonegro Meets Piazzolla “SJ Records
Polen / Tango, Jazz

An Astor Piazzolla haben sich schon viele abgearbeitet. Das polnische Tango-Quartett in der klassischen Besetzung hat sich dazu einen E-Gitarristen und eine Drummer eingeladen und gibt dem Tango Nuevo Piazzollas swingende Elemente, mehr Dynamik und vertrackte Rhythmen, was durchaus in Piazzollas Sinn gewesen wäre. Sogar ein Schlagzeugsolo ist dabei. Es gibt aber auch viele besinnliche Stücke, die lange brauchen, bis sie sich fulminant steigern. „Fuga Y Misterioso“ entwickelt sich erst von klassischen Tönen über den Jazz hin zu einem Tangostück. Ausgewählt wurden Stücke Piazzollas der Siebziger Jahre und Eigenkompositionen.

Kata Y Co – „Bossa Und No‘ Was“

Kata Y Co – „Bossa Und No' Was“Herzog Records
Deutschland / Bossa Nova, Tango, Jazz, Klassik

Erst neulich hatten wir mit Rosa Morena Russa eine in Deutschland lebende Russin, die brasilianische Musik mag und singt. Auch die Sängerin Katharina Mai wuchs im russischen Uralgebirge auf, lernte dort über brasilianische Telenovelas Brasiliens Musik kennen (!), wurde später klassische Sängerin in Deutschland, lernte dazu Portugiesisch und Spanisch akzentfrei sprechen, lebte in Argentinien und gründete mit Jazz- und Klassikmusikern nun die Band Kata y Co. Dies erklärt so manches an ihrem ungewöhnlichen Album. Mais Stimme ist kräftig und ausdrucksstark, aber vor allem verwebt sie all ihre Einflüsse in den meist brasilianischen Stücken. Da vermengen sich Bossa Nova und Tango oder Tom Jobims „How Sensitive“ wird mit Chopin eingeleitet, um die harmonische Verbindung in Jobims Bossa Novas mit dem musikalischen Impressionismus aufzuzeigen. Die Arrangements lassen sich oft von den Texten der Songs inspirieren. Jazz, Klassik, Bossa Nova und Tango entwickeln hier Synergieeffekte. Etlichen Evergreens von Jobim, Pixinguinha, aber auch Piazzolla, die teils schon endlos interpretiert wurden, werden hier noch mal neue Höreindrücke abgerungen. Zum Abschluss präsentiert sich Mai zudem mit ihrer völlig anderen klassischen Stimme und verblüfft so insgesamt mit einer nicht alltäglichen Vielfalt.

Koschitzki / Pereira – „Brazilian Blues“

Koschitzki / Pereira – „Brazilian Blues“GLM Music, Soulfood (CD), Soulfood, Believe (digital)
Deutschland/ Brazil Jazz, Pop

Das Duo Stefan Koschitzki (Blasinstrumente) und Fabiano Pereira (Gitarre, Gesang, Perkussion) versucht mit zwei Begleitmusikern das Kunststück zu meistern, Bossa Nova, Jazz und Pop in einen einheitlichen Sound mit diesen Facetten zu präsentieren. Die brasilianisch verwurzelten Stücke, insbesondere das „Um Novo Dia“ klingen durch eine leichtfüßige, brasilianische Rhythmik, portugiesischen Gesang und eine luftige Gitarre angenehm und haben Atmosphäre, die in dem Moment verloren geht, wenn man sich davon entfernt. Dann klingt es nach Smooth Jazz mit einem Touch Stan Getz vielleicht und der englische Gesang macht das alles dann einen Tick zu clean.

The Loire Valley Calypsos – „The Loire Valley Calypsos vs The Great Pink Flamingos“

The Loire Valley Calypsos – „The Loire Valley Calypsos vs The Great Pink Flamingos“Maaula Records, Broken Silence
Frankreich / Karibische Musik

Das spielfreudige französische Quartett hat sich den Stilen der Karibik wie Calypso, Goombay oder Mento in der nostalgischen Art der Fünfziger Jahre verschrieben. Gesungen wird daher auf Englisch. Die humorvolle Truppe verbreitet an sich gute Laune, nur hätte man die einmal eingesetzte Gastsängerin Laurène Pierre-Magnani gleich alle Songs singen lassen sollen, denn sie ist wesentlich ausdrucksvoller als ihr Stammsänger. Zum Schluss bekommt das Album noch mehr Drive.

Chico Trujillo – „Mambo Mundial“

Chico Trujillo – „Mambo Mundial“flowfish.records, Broken Silence
Chile / Cumbia

Die chilenische Band Chico Trujillo gehört zu den Pionieren der seit Jahren wiederbelebten Cumbia-Bewegung. Inzwischen kann sie auf 20 Jahre Geschichte zurückblicken. Dazu wurden auf dem Album etliche Gäste aus Südamerika eingeladen. Ansonsten ist es der bewährte Mix mit kurzen Ausflügen zum Rap und Bolero. Eigentlich ist es kaum zu glauben, dass diese Gute-Laune-Band früher Punkrock spielte. Sie klingt weder aggressiv noch düster, sondern bringt typische Melodien zum Mitschunkeln und Mitsingen. Die Deutschen scheinen so was zu mögen, denn sie tourt hierzulande ausgiebig und hat das Album in Berlin eingespielt. Aber Blaskapellengruppen sind ja bei uns auch derzeit ziemlich in.


Hans-Jürgen Lenhart schreibt als regelmäßiger Gastautor für das deutsche Lateinamerika-Magazin Latin-Mag. Er ist Musikjournalist und seit über 20 Jahren Experte für Latin Music. In der Artikelserie Latin Music News berichtet er alle zwei Monate über Neuerscheinungen in der lateinamerikanischen Musikszene.

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