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Monsieur Periné – Französischer Charme aus Bogotá

Monsieur Periné – Französischer Charme aus Bogotá

Konzert am 16.07.2015 im Hafen2, Offenbach am Main

Mestizo mal anders. Die aus Kolumbien stammende Gruppe Monsieur Periné hat nicht umsonst einen französischen Namen, mischt sie doch Gypsy Swing und Jazz mit lateinamerikanischen Stilen und vielem mehr. Zwischen Sommerbrise und Hitzewallung ist ihre Musik entsprechend beim Konzert im Offenbacher Hafen2 im Juli anzusiedeln gewesen. Und nebenbei wird so manches Klischee über kolumbianische Musik eingerissen.

Ob man Monsieur Periné zur Mestizo-Szene nun hinzurechnen sollte, sei mal dahingestellt. Inzwischen gibt es unendlich viele Richtungen, in die sie hineinpassen würden. Interessant ist jedoch, während in Europa die Mestizo-Musik immer mehr Richtung Ska, Punk und Rap tendiert, ist sie in Südamerika stilistisch offener, gibt es oftmals unerwartete stilistische Übergriffe. Dort spricht man auch eher von Tropical und gleichzeitig geistert ob der zunehmenden Vielfalt und Kombinationsfreude weltmusikalischer Popgruppen der Begriff Global Pop umher. Ob das eine solche Band aber überhaupt interessiert, sei mal dahingestellt. Monsieur Periné entwickelte sich jedenfalls von einer reinen Gypsy-Swing-Band, was für Kolumbianer wohl eine gewisse Exotik hat, zu einer Gruppe, die sich zunehmend der einheimischen und karibischen Rhythmen widmet und dabei aktuelle Popmusik nicht außen vor lässt. Dies geschieht durchaus innerhalb eines Stücks. Da kann man schon mal beim Tanzen mitten im Song von Charleston auf Merengue wechseln müssen.

In Offenbach fing die Band meist mit einem bestimmten Rhythmus an, wechselte im Gesangsteil woanders hin und baute Jazzsoli im Mittelteil ein. Monsieur Periné hat jeweils zwei Gitarristen, Trommler und Bläser, was der Truppe auch große Flexibilität gibt. Ob Andenfolkore, Techno, Orient, Funk Jazz oder Swing, irgendwann wundert einen bei der Gruppe nichts mehr und vor allem bekommt sie die Übergänge zwischen den Stilen wie selbstverständlich hin. Mittelpunkt ist allerdings die charmante Sängerin Catalina García mit ihrem Baby Doll-Outfit, bei der es unmöglich ist, sie nicht zu mögen. Während auf den Alben der Band vieles noch sehr nach entspanntem Sommerpop klingt, wirkt Monsieur Periné live wesentlich wuchtiger, tanzbarer und dynamischer. Und da geht die Band auch schon mal ins Publikum, um Stimmung zu machen.


Hans-Jürgen Lenhart schreibt als regelmäßiger Gastautor für das deutsche Lateinamerika-Magazin Latin-Mag. Er ist Musikjournalist und seit über 20 Jahren Experte für Latin Music. In der Artikelserie Latin Music News berichtet er alle zwei Monate über Neuerscheinungen in der lateinamerikanischen Musikszene.

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