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  • Neue lateinamerikanische Musik für den Sommer 2018 – Latin Music News #23
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Neue lateinamerikanische Musik für den Sommer 2018 – Latin Music News #23

Tango, Lovers Rock, Calypso, Jazz, Reggae, Hip Hop und mehr – diesmal ist wieder sehr viel unterschiedliches dabei in den 23. Latin Music News. Hier die neuesten Erscheinungen aus der lateinamerikanischen Musikszene:

Bassa – „Ahewáuwen“

Bassa – „Ahewáuwen“Flowfish Music, Broken Silence
Deutschland / Tango-Märchen

Es war einmal ein Seelöwe namens Ahewáuwen, der sich vor der Küste Feuerlands in ein Fischermädchen verliebte, sie in die Fluten entführte und dann… Ja, dann haben wir am Ende ein Tango-Märchen, basierend auf einer Geschichte des Selk’nam-Stammes auf Feuerland, was es wohl so auch noch nicht gab. Vertont hat das die deutsche Tango-Band Bassa mit Judica Albrecht als Sprecherin. Gitarre, Violine, Klarinette, Kontrabass pflegen hier einen kammermusikalisch eingefärbten, dezenten Tango, als Zwischenspiel durchaus passend. Inhaltlich geht es um die Akzeptanz von Andersartigkeit, hier mit der Begegnung von Mensch und Tier symbolisiert. Insgesamt fragt man sich jedoch nach der Zielgruppe dieses nicht alltäglichen Albums. Für ein reines Kinderhörbuch geschieht im Grunde in der Geschichte zu wenig. Die Erzählung selbst dauert zudem nur rund zehn Minuten, die Musik dagegen 28 Minuten. Dieses Missverhältnis lässt eher die Empfehlung zu, dass man sich an der CD entweder zusammen mit Kind(ern) oder als Erwachsener in einer romantischen Anwandlung am besten erfreuen kann. Sie ist aber, wenn man an das Ende der Story denkt, auch als kleines Liebesgeschenk geeignet. Na, wer käme denn da infrage?

Romain Virgo – „Lovesick“

Romain Virgo – „Lovesick“VP Records, VP Music Group
Jamaika / Lovers Rock, Reggae

Machen wir gleich weiter mit dem Verliebtsein. Seit Lovers Rock-Sänger Romain Virgo die wichtigste Casting-Show Jamaikas „Rising Stars“ 2007 gewonnen hat, ist er einer der interessantesten neuen Stimmen im Reggae geworden. Es war ja auch mal Zeit, dass insbesondere der bei uns etwas vernachlässigte Lovers Rock neue Impulse bekommt. Virgo orientiert sich an schmachtenden R’n’B-Sängern, verwendet dazu manchmal recht ungewöhnliche, poppig wirkende Arrangements, die die Reggae-Rhythmik eher mitschwingen als dominieren lassen. In „Cruise“ singt er z. B. eine verschnörkelte Melodie, die er geschickt umspielt. Der Rhythmus wird hier von der Snaredrum gesetzt, nicht von der Gitarre. Der Backgroundchor wirkt zunächst wie eine Duettstimme, schaltet sich dann immer mehr ein und endet fast staccato-artig. Das Charakteristischste aber ist Virgos Gesangsstil. Er zieht die Stimme sehr hoch, dehnt die Vokale dabei recht lange. Das hört sich nach innerer Ergriffenheit an, wirkt jedoch auf die Dauer auch zu wenig variabel und die Songs treten hinter diesem gesanglichen Gestus doch stark zurück. Da wären ein paar Gastsänger sinnvoll gewesen. Zum Schluss baut er ein gehöriges Maß an Elektronik ein und verlässt die Reggae-Schiene dadurch noch stärker. Aber immerhin ein Lichtblick im manchmal recht unübersichtlichen Meer der neueren Reggaesänger.

Stefano Bollani – „Que Bom“

Stefano Bollani – „Que Bom“Alobar S.R.L. Unipersonale, Galileo
Jazz, Brazil Jazz

Der italienische Pianist Stefano Bollani hatte schon immer ein Faible für brasilianische Musik. Seine Band ist brasilianisch besetzt und er lud sich für „Que Bom“ bekannte Altstars von dort dazu. Das Album hinterlässt jedoch einen ambivalenten Eindruck. Die meisten Stücke wirken dezent und für eine Latin-Orientierung zu gemächlich. In dem Moment, wo sich aber z. B. der brasilianische Bandolim-Star Hamilton de Hollanda einbringt, bekommt das Album einen überraschenden Drive und ähnlich rasant wirkt auch João Boscos Beitrag. Zwar sind dagegen die Auftritte von Caetano Veloso und Jaques Morelenbaum nicht ganz so dynamisch – Veloso spielt gewohnt introvertiert-sinnlich und frönt auf Italienisch mal wieder seiner Liebe zum italienischen Film – aber diese Gastauftritte sind das eigentlich Interessante an dem Album. Sie wirken aber in ihrer Andersartigkeit wie Fremdkörper. Dass Bolani auch mal wild und dynamisch sein kann, zeigt er im letzten Stück und plötzlich wirkt diese Nummer dann genauso brasilianisch wie die seiner Gäste. Dennoch ist das Album auch ein Lebenszeichen von Veloso und Bosco, deren Alben ansonsten immer weniger auf dem deutschen Markt beachtet werden.

Baiano & Os Novos Caetanos – „Baiano & Os Novos Caetanos“

Baiano & Os Novos Caetanos – „Baiano & Os Novos Caetanos“Far Out Recordings
Brasilien / Tropicália-Parodie

Den Tropicalismo parodieren – geht das überhaupt? Jedenfalls machten das 1974 die beiden brasilianischen Komiker Chico Anysio and Arnauld Rodrigues mit entsprechendem musikalischem Talent. Sie nannten sich dazu Baiano & Os Novos Caetanos – jetzt wieder ausgegraben vom englischen Far Out-Label. Die Bezeichnung bezieht sich auf die Band Os Novos Baianos, die Anfang der Siebziger die vielleicht wichtigste Band für die Verbindung von Rock und brasilianischer Musik war. Sie galt damals als Hippie-Kommune und aus ihr gingen wichtige Musiker hervor wie Pepeu Gomes, Moraes Moreira, der umtriebige Bassist Dadi oder Baby Consuelo. Im Namen wird Caetano Veloso angespielt, weil die Novos Baianos und Tropicálistas wie Veloso letztlich ähnliche musikalische Neuerungen beabsichtigten. Gleichzeitig merkt man rhythmisch den starken Bezug der Musik zum nordöstlichen Baião. Inwiefern diese Parodien als gelungen zu bezeichnen sind, setzt gute Kenntnis des Portugiesischen voraus. Letztlich ging es den beiden Komikern wohl darum zu zeigen, dass die damals manchmal auch sehr anspruchsvoll wirkenden Tropicálistas sich nach ihrer Meinung oft selbst zu ernst genommen hätten. Teile des Albums sind vor Publikum eingespielt, manche Stücke mit Sprechgesang versehen. Einiges wirkt etwas naiv á la „Gil & Veloso besuchen die Sesamstraße“. Stilistisch ist das Spiel der beiden Komiker dem der Os Novos Baianos recht ähnlich und sie machen das mit ihrer Band gar nicht mal so schlecht. Kein Wunder, die Band bestand aus den bekannten Sambajazzern Azymuth, quasi der Hausband des Far Out-Labels. Insgesamt ist das Ganze durchaus etwas für Fans der Novos Baianos. Eine überraschende Entdeckung. Ein Jahr später kam es zu einer weiteren Veröffentlichung unter dem Namen „Azambuja & Cia“ mit der gleichen Besetzung, die jetzt zeitgleich wiederveröffentlicht wurde.

Hugo Fattoruso Y Barrio Opa – „Hugo Fattoruso Y Barrio Opa“

 Hugo Fattoruso Y Barrio Opa – „Hugo Fattoruso Y Barrio Opa“Far Out Recordings
Uruguay / Latin based Funkjazz

Der aus Uruguay stammende Hugo Fattoruso ist einer der typischen Musiker, die in den Siebzigern aus Lateinamerika in die USA gingen und sich dort einige Zeit ein gutes Renommee verschafften, dann aber wieder von der Bildfläche verschwanden. Sie gerieten in Vergessenheit, obwohl sie bei genauerer Recherche durchaus noch musikalisch aktiv waren, dann aber meist eher in ihren Heimatländern. Fattoruso wurde vor allem als Keyboarder von Airto Moreira bei seinen legendären Alben wie „Fingers“ bekannt, spielte aber auch für Milton Nascimento. Airto entdeckte ihn mit seiner Band „Opa“ und wirkte auch bei den Opa-Alben „Golden Wings“ (1976) und „Magic Time“ (1977) mit, die sich vom Niveau und der Art her kaum von Airtos Alben unterschieden.

Für Far Out-Labelchef Joe Davis ist der inzwischen 75-jährige Hugo Fattoruso schon immer eines seiner Vorbilder gewesen und er suchte seit 20 Jahren Kontakt zu ihm zu finden. Jetzt war es soweit und Fattoruso ließ tatsächlich dazu seine Band Opa mit einem neuen Album wieder auferstehen. Inzwischen spielt sein Sohn Francisco statt seines Bruders George am Bass, dazu E-Gitarre, Schlagzeug, Perkussion, u. a. von den Silva Brüdern, einer Perkussionsgruppe aus Montevideo, die hier den traditionellen Candombe-Rhythmus einbringen.

Einerseits klingt das Album, als wären gar keine 40 Jahre vergangen, andererseits wirkt es doch vergleichsweise weichgespülter als damals. Das mag an Joe Davis‘ Einfluss liegen, der es liebt, wenn die Musik zwar gut groovt, aber doch manchmal etwas ziellos vor sich hin spielt. Fattoruso legt sich durchaus ins Zeug, lässt den Synthie jaulen, als wäre er in einer 70er-Prog-Rockband. Im Vergleich zu der Zeit von Opa, als Airto noch Gastmusiker war, wirkt das Album jedoch eher nach schnell gemachter Jam-Session, der die Höhepunkte und zündenden Einfälle fehlen. Nur bei den schnelleren Stücken erreicht er das Niveau der energetischen alten Opa-Alben. Neu ist der textlose Gesang Fattorusos und im Stück „Berimba“ merkt man (auch wegen des Einsatzes eines Stimm-Vocoders) eine gewisse Ähnlichkeit zu den Rhythmusteppichen von Joe Zawinul.

Insgesamt darf man sich freuen, wenn die Helden des damaligen, latin-beeinflussten Fusionjazz aus der Versenkung geholt werden, der Zauber dieser Musik erwuchs in den Siebziger Jahren aber wohl aus der Zusammenarbeit vieler Talente wie Hermeto Pascoal, Raul de Souza oder Laudir de Oliveira, die damals alle im Umfeld von Airto Moreira spielten.

Steen Rasmussen Quinteto – „Canta“

Steen Rasmussen Quinteto – „Canta“Stunt Records, Sundance Music
Brasilien, Dänemark / Brazil Jazz

Die Nordlichter können es durchaus, nämlich los düsen mit voller Energie im Samba-Feeling. Der dänische Pianist Steen Rasmussen verblüfft im Opener seines Albums von der ersten Sekunde an mit hochenergetischer Rhythmik verbunden mit dem für Brasilien so typischen, textlosen Gesang, den hier die legendäre Joyce Moreno beiträgt. Hier vibriert alles, immer wieder taucht ein wechselndes Instrument im Rhythmusteppich auf. Diese Band braucht wohl kein Warmspielen, denkt man, doch danach kommen erstmal Balladen, die in der Qualität in nichts nachstehen und wie sich auf Wellen brechendes Sonnenlicht wirken. Die Arrangements sind überlegt. Besonders schön ist es, mal wieder eine Posaune (Lis Wessberg) im Braziljazz zu hören. Die Perkussionsarbeit (Afonso Correa) überzeugt ebenfalls. Bis zu einem Baião im fünften Stück mit virtuosem Scatgesang von Josefine Cronholm sind dann aber alle Register gezogen. Leider tröpfelt das Album zum Schluss zu andächtig aus und man bekommt das Gefühl nicht los, von den wirklich starken Temponummern hätten es gerne noch ein paar mehr sein können.

Plaza Francia Orquestra – „Plaza Francia Orquestra“

Plaza Francia Orquestra – „Plaza Francia Orquestra“Because Music
Frankreich / Tango-Pop

Der Tango wird bei jedem Versuch, ihn mit etwas Neuem zu verbinden, unsterblicher, was aber nicht heißt, dass alle Modernisierungen gelungen sein müssen. Das neueste Kapitel könnte man Tango-Pop nennen, was so neu aber wiederum gar nicht ist, denn Popsongs, die auf dem Tango basieren, gab es schon seit geraumer Zeit. Neu am Tangopop des Plaza Francia Orquestra ist, dass dies hier deutlich zum Konzept gemacht wird. Das Orquestra ist ein Seitenprojekt von Christoph H. Müller und Eduardo Makaroff vom Gotan Project mit Musikern der Pariser Tango-Szene wie dem Orchester Taxxi, der Sängerin Maria Muliterno und Gastauftritten von Catherine Ringer (Les Rita Mitsouko) und der kapverdischen Sängerin Lura. Heraus kommt dabei ein manchmal allzu gefälliger Tango, der als Untermalung von Reisefilmen zwar gern genommen würde, dem aber die Ausdrucksstärke fehlt. Meist ist das Ganze tanzbar, wofür auch mal ein Funk- oder Motown-Rhythmus eingesetzt wird, was ja noch recht originell ist. Mit den lasziven Sängerinnen und dem Gemurmel männlicher Stimmen wirkt die Musik manchmal fast wie eine unplugged Version von Yello. Am besten kommt noch „Te Prohibo“ rüber. Das hat einen treibenden Rhythmus und die richtige energetische Mischung, die insgesamt doch etwas fehlt.

Alessandro Quatro – „Plays Astor Piazzolla“

Alessandro Quatro – „Plays Astor Piazzolla“IAN Productions, Eigenvertrieb
Italien, Deutschland / Tango Nuevo

Dann mal wieder echter Tango. Der klassisch ausgebildete italienische Violinist Alessandro Quatro überzeugt mit seinen Piazzolla-Interpretationen durch eine dynamische Bandbreite zwischen leisestem Spiel, bei dem man kaum zu atmen wagt, und glühenden Ausbrüchen, tanzendem Violinbogen und virtuosem Tempo. Insbesondere beim Titel „Jeanne Y Paul“, einem Stück von Piazzolla für den Film „Der letzte Tango in Paris“, das dort aber nicht verwendet wurde, zieht Quatro alle Register. Anfangs kratzt er mit dem Bogen, dann präsentiert er alles, was Tango so bieten kann und endet unversehens nach wildem Spiel in einem Reggae. Dem Album liegt eine Blu Ray Disc für audiophile Hörer bei. Zum noch genaueren Hinhören gibt es dort die gleichen Aufnahmen in neuen Audioformaten wie 11.1 Auro-3D. Die Beschreibungen dazu sind was für Musikliebhaber mit hochspezialisiertem Wiedergabe-Equipment und Hörer, die in die Violine am liebsten reinkriechen wollen.

Sväng – „Sväng Plays Tango“

Sväng – „Sväng Plays Tango“Galileo-mc
Finnland / Tango

Und noch mal Tango, aber diesmal aus Finnland, wo der Tango so beliebt ist, dass er Teil der musikalischen Kultur Finnlands wurde. Im Gegensatz zum argentinischen steht der
finnische Tango fast ausnahmslos in Moll. Die vier finnischen Mundharmonikaspieler von Sväng haben nun ein ganzes Album mit finnischen Tangos eingespielt. Die Infos in der CD sind dazu recht lesenswert. Man kann ja immer etwas Bedenken haben, wenn Gruppen auf ein einziges Instrument setzen. Meistens klingt das am Anfang faszinierend und nutzt sich nach einer Weile dann schnell ab. Mundharmonikas gibt es jedoch in recht unterschiedlicher Bauart, was hier zu durchaus orchestralen Effekten führt und die Tangos haben auch sehr eingängige Melodien. Für Tango-Fans eine klare Empfehlung.

Rebeca Lane – „Obsidiana“

Rebeca Lane – „Obsidiana“Flowfish Music, Broken Silence
Guatemala / Hip Hop

Die Rapperin Rebeca Lane kommt aus Guatemala, arbeitet jedoch über alle lateinamerikanischen Grenzen hinweg mit Produzenten zusammen und vermarktet sich zunehmend auch in Europa. Der Kampf gegen Unterdrückung von Frauen in ihrer Heimat ist eines ihrer Hauptthemen. Musikalisch baut sie in ihren Hip Hop Cumbia-Rhythmik, Anden-Gitarre oder Marimba ein. Die Stücke sind meist im Mid-Tempo, was manchmal fast schon eher wie Trip Hop wirkt. Auch ist ihr gesanglicher Duktus melodischer als man im Rap gewohnt ist. Eine interessante Künstlerin, musikalisch aber wenig spektakulär.

Calypso Rose – „So Calypso!“

Calypso Rose – „So Calypso!“Because Music, Caroline International
Trinidad / Calypso, Reggae

Seit einiger Zeit kommt der Calypso wieder ins Rampenlicht. Dass dadurch auch die 77jährige Sängerin Calypso Rose aus Tobago ungeahnte Erfolge feiert, ist nicht verkehrt. Bei näherer Betrachtung muss man sie sogar für eine Art Miriam Makeba der Karibik halten. So sorgte sie 1970 mit dem Lied „No Madame“ für einen Aufstand der Hausangestellten in Trinidad und setzte sich 1975 als erste Komponistin im männerdominierten Karneval mit dem meistgespielten Song durch. Dabei wurde ihr der Titel des Calypso Kings erst einmal aberkannt, weil sie ja eine Frau war. Sie gewann dann in Folge aber so oft den Titel, bis die macho-besetzten Jurys nachgaben.

Auf ihrem neuen Album ehrt sie Musiker, die sie beeinflusst haben von Aretha Franklin bis Angelique Kidjoo. Dementsprechend hört man nicht nur Calypso, sondern auch Soul, Afro-Pop, Ska oder Reggae. Während sie gerade im Reggae regelrecht aufblüht, klingen ihre leicht jazzigen Balladen und manche Calypsos nicht ganz so ausdrucksvoll. Höhepunkt ist jedoch der „Wa Fu Dance“, den sie einst mit Manu Chao schrieb, ein fröhlich swingender, afrikanischer Song, der in die Beine geht. Die inzwischen zur „Calypso Queen“ ernannte Sängerin nicht nur auf Calypso festzulegen, sondern mit einer modernen Produktion ihr Potential auszureizen, hat der karibischen Diva zuletzt zu einer späten internationalen Karriere verholfen und vielleicht verschafft dies auch dem Calypso ein Comeback.


Hans-Jürgen Lenhart schreibt als regelmäßiger Gastautor für das deutsche Lateinamerika-Magazin Latin-Mag. Er ist Musikjournalist und seit über 20 Jahren Experte für Latin Music. In der Artikelserie Latin Music News berichtet er alle zwei Monate über Neuerscheinungen in der lateinamerikanischen Musikszene.

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